18.03.19 15:36

Diskussion um Neubau C&A-Gebäude und Parkhaus Josefstraße - Frechener Grüne favorisieren eine große Lösung


Von: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Pressemitteilung

Seit einigen Wochen ist bekannt, dass ein Investor das C&A-Gebäude in der Fußgängerzone abbrechen und dort einen Neubau errichten möchte. Der Investor hatte dazu zwei Varianten vorgeschlagen: Bei der so genannten kleinen Lösung geht es lediglich um den Um- und Neubau des C&A-Gebäudes. Bei der so genannten großen Lösung soll zusätzlich das benachbarte Parkhaus in der Josefstraße abgerissen  und durch einen Neubau mit Geschäftsräumen und Wohnungen ersetzt werden.


Orientierung an zukünftigen Entwicklungen und nicht an der Vergangenheit


Nun meldet sich die Fraktion der Frechener Grünen mit einer Stellungnahme zu Wort. Miriam Erbacher, Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen: „Bei dieser wichtigen Entscheidung für die Zukunft der Innenstadt bitten wir um eine wesentlich stärkere Orientierung an allgemeinen gesellschaftlichen und technischen Entwicklungstrends und nicht an der Vergangenheit. Wir halten die große Lösung für eine einmalige Chance auf längere Zeit in diesem Umfang, bei der wir insbesondere die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Zentrum unserer Stadt und die Belebung der Innenstadt begrüßen.“
Bei den bisherigen Überlegungen dominiert nach Meinung der Grünen das PKW-Stellplatz-Thema und deren mögliche Reduktion den Diskurs.
Dabei birgt die große Lösung gravierende Vorteile für die Innenstadt:


•    Ansiedlung eines zusätzlichen Einzelhandelsmagneten an einer strategisch günstigen Stelle der Fußgängerzone
•    Stopp des Prozesses von zunehmenden Leerständen
•    Schaffung von bezahlbarem Wohnraum
•    Wohnen im Zentrum
•    Die neuen Bewohner sind auch als Kunden wichtig für den Erhalt der Fußgängerzone
•    Belebung von möglichen Angsträumen


Vor allem in Anbetracht der von Bund, Land und Kommunen geplanten umfassenden Verkehrswende hin zu umweltverträglicher Mobilität halten die Grünen die Fixierung auf möglichst viele Stellplätze für ein nicht Zukunft-orientiertes Vorgehen.
Gerade in Innenstadtlagen mit hoher ÖPNV-Verfügbarkeit zeichnet sich ein Trend zur Umsetzung von Mobilitätsalternativen bei neuen Bauprojekten ab. Vielerorts wird die Anzahl von teuren PKW-Stellplätzen reduziert, weil aufgrund der technischen Entwicklung (z.B. von Robotertaxis) und anderer gesellschaftlicher Veränderungen (z.B. demografische Entwicklung) ein geringerer Bedarf erwartet wird.
So werden stattdessen den Bewohnern Mobilitätspakete angeboten, welche sich beispielsweise aus ÖPNV-Abokarten, Car-, Bikesharing- und Bürgerbus-Angeboten oder einem Kontingent von Taxi-Fahrten zusammensetzen.


Laut Gutachten gibt es in der Innenstadt ausreichend Parkplätze


Ein Gutachten der Parkraumuntersuchung hat ergeben, dass für den Bedarf an Kurzzeitparken auch ohne das Parkhaus Josefstraße ausreichend Parkplätze in der Frechener Innenstadt zur Verfügung stehen, wenn


•    85 neue Stellplätze im Projekt errichtet werden, dafür ist der Investor bereit, einen Millionenbetrag zu investieren
•    die Kapazitäten des Parkplatzes Matthiasstraße besser ausgelastet werden
•    Langzeitparken verlagert wird auf Plätze außerhalb der Kernzone


Für kostenloses Kurzzeitparken – gegen kostenloses Langzeitparken

Die Grünen finden es richtig, dass Kurzzeitparken kostenlos bleiben soll. Jedoch behindert ihrer Meinung nach ein weiterhin kostenloses Langzeitparken im Zentrum die Entwicklung der Stadt.