29.04.17 14:45

Stellungnahme der Fraktion B90/Die Grünen zur Präsentation der Sportentwicklungsplanung für die Stadt Frechen durch die deutsche Sporthochschule Köln


Von: Sabine Schorr, Mitglied des Sportausschusses

Sehr geehrter Herr Meyer,

zur Vorbereitung der nächsten Sitzung des Sportausschusses am 31.05.2017 nachfolgend unsere Handlungsvorschläge zur Sportentwicklungsplanung für die Stadt Frechen auf der Grundlage der Studie des Institutes für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln:

I Kurzfristige Handlungsvorschläge

1)    Temperatur im Terrassenfreibad erhöhen (S. 26 und 27); in den Zwei- und Dreifeldhallen sowie den Einfeldhallen Temperatur bedarfsgerecht einstellen (S. 17, 17 und 28);
2)    Zur Verbesserung der Sauberkeit in den Hallen Rundschreiben an Vereine mit Aufklärung über bzw. Hinweis auf aktuelle Praxis des Umgangs mit diesbezüglichen Beschwerden gemäß der Ausführungen der Gebäudewirtschaft (S. 34) und der Bitte, die Beschwerde-bücher bestimmungsgemäß zu nutzen sowie der Ankündigung einer alsbald zu schaf-fenden Koordinierungsstelle (s. II.);
3)    Lüftungen im Hallenbad (S. 27f.) sowie in Zwei- und Dreifeldhallen (S. 16 und 28) durch Gebäudewirtschaft überprüfen, ggf. Mängel beseitigen bzw. baldige Erneuerung prüfen;
4)    Sicherheit in Einfeldhallen (S.17) überprüfen und gewährleisten.

II Mittelfristige Handlungsvorschläge

1)    Zur Verbesserung der Sauberkeit und Gebäudereinigung in Sporthallen und Leichtathle-tikanlagen (S. 115 – 19, 28) Einrichtung einer ständigen Koordinierungsstelle gemäß der Empfehlungen der Studie(S. 64), die Koordinierungsstelle sollte auch per mail erreichbar sein. Per mail als zeitgemäße Kommunikationsform können die Zuständigen gleichzeitig und für die Nutzer unkompliziert erreicht und die Koordinierung der erforderlichen Maß-nahmen sowie die Überprüfung der Erledigung der erforderlichen Arbeiten optimiert werden.
2)    Verunreinigungen durch Harzen sind durch Fachfirmen nach jedem Training auf Kosten der Vereine zu beseitigen. Entsprechend der diesbezüglichen Ausführungen und Empfeh-lungen auf S. 35 f. und S. 59.ff. der Studie beschädigen die Harz- und Haftmittel städtisches Eigentum und benachteiligen andere Sportler nicht nur, sondern gefährden auch deren Sicherheit. Da sich die derzeit mögliche Eigenreinigung – wohl wegen fehlender Fachkenntnisse und mangelnder Motivation nach dem Training – als nicht ausreichend erwiesen hat, ist der diesbezügliche Ergänzungsbeschluss vom 19.11.15 aufzuheben. Die Kosten der Reinigung i.H.v. € 60,00 erscheinen zumutbar.
3)    Im Rahmen der Studie wurden aus Kostengründen keine Bürgerbefragungen durchgeführt, sondern überwiegend die Bewertungen der ca. 20 % der in Sportvereinen organisierten Einwohner der Stadt zugrunde gelegt. Da aber davon auszugehen ist, daß mindestens 60 % der Bevölkerung kommerzielle Sportangebote nutzen oder nicht organisiert Sport betreiben (S. 3 f.) und die Frechener Sportexperten einerseits überwiegend davon ausgehen, daß die Bedeutung der Sportvereine und die Bindung der Mitglieder an die Vereine künftig abnehmen werden, andererseits der Anteil der sporttreibenden Erwach-senen und der Bedarf an sog. ungebundenen Sportarten in den kommenden Jahren zu-nehmen werden (S. 40 ff.), sollte eine Bürgerbefragung zu dem Bedarf und den Wünschen der Frechener im Hinblick auf die Sportangebote der Stadt durchgeführt werden, um nicht nur die Interessen, Erfahrungen und Wünsche der – eher leistungsorientierten – Vereinsmitglieder, sondern auch die Bedürfnisse der sonstigen Bürger möglichst umfassend berücksichtigen zu können. Auch eine gezielte Befragung der Kinder und Jugendlichen, ggf. über Schulen, wäre wünschenswert.
4)    Ausbau und Optimierung der Nutzung alternativer Sporträume in Frechen sind im Interesse eines breitgefächerten Sportangebotes anzustreben. Entsprechend der Empfehlungen der Studie (S. 55f.) sollten Akquisition und Nutzung systematisch organisiert werden, evtl. durch einen diesbezüglichen Arbeitskreis oder ein Netzwerk.
5)    Da der Bedarf an Gesundheitssport laut Ansicht der Experten (S. 40 und 43) zunehmen wird und zudem das im vergangenen Jahr verabschiedete PräventionsG die Möglichkeit eröffnet, 80 % der Kosten sog. Gesundheitskurse über die Krankenkasse abzurechnen, sollten diesbezügliche Angebote ausgebaut und verbessert werden. Hierfür sollten sowohl die Vereine als auch die Anbieter der alternativen Sporträume angefragt und motiviert werden.

III Langfristige Handlungsvorschläge

1)    Sportförderrichtlinien müssen grundlegend überarbeitet bzw. neu gefasst werden, da sie veraltet und überholt sind(S. 62 f.);
2)    Bei der Vergabe von Sportstätten sollte eine Privilegierung von Sportvereinen mit einer Mindestmitgliederanzahl an Frechener Bürgern festgeschrieben werden (S. 48, 57f.)werden, wobei eine Quote von 75 % als ausreichend erscheint; gewachsene Vereinsstrukturen sollten nicht durch Umzüge etc. gefährdet werden.
3)    Zur Optimierung des Belegungsmangements (S. 18, 27 f., 57 ff.) erscheint des Weiteren auch die Einführung – moderater – Sportnutzungsgebühren (S. 59) sinnvoll, um das Bun-kern von Nutzungszeiten zu vermeiden. Ansonsten wird diesbezüglich die Ansicht des SSV geteilt, daß die soziale Kontrolle der Vereine untereinander funktionieren dürfte. 
4)    Der Ausbau von Angeboten für sportliche Aktivitäten außerhalb von Vereinen und Sport-stätten insbesondere für Jugendliche und Heranwachsende erscheint sinnvoll und wün-schenswert. Diesbezüglich sollten die Freizeitgewohnheiten und bevorzugten Plätze der Jugendlichen und Heranwachsenden berücksichtigt werden, um diesen ungezwungene und nicht bzw. wenig organisierte Möglichkeiten für nicht vorrangig leistungsorientierte, sondern vielmehr spaßorientierte und spontane sportliche Aktivitäten zu bieten. In Betracht kommen insoweit z.B. Streetbasketballkörbe sowie ein Bolzplatz im innerstädtischen Bereich sowie offene Kursangebote, welche spontan besucht werden können.
5)    Die Erneuerung der veralteten Sanitäranlagen in den Hallen (S. 16 ff., 28, 34) sollte sobald als nach Haushaltslage möglich durchgeführt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen


Miriam Erbacher
Fraktionsvorsitzende