11.06.2019

Grüne fordern zusätzliche Buslinien für Pendler aus dem Rhein-Erft-Kreis

Pressemitteilung

Eine Pförtnerampel in Höhe der Park&Ride-Anlage Weiden-West, mit der die Stadt Köln in der Hauptverkehrszeit den Zufluss der Autos auf der Aachener Straße drosseln will, sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Sie soll zeitgleich mit neuen Express-Buslinien auf Kölner Stadtgebiet umgesetzt werden.
Mit diesen Maßnahmen will die Stadt Köln vor allem drohende Fahrverbote abwenden – seit Jahren werden auf der Aachener Straße am Einkaufszentrum in Köln-Weiden erhebliche NO2-Grenzwertüberschreitungen gemessen, welche v.a. durch den Auto-Pendlerverkehr aus dem Umland verursacht werden.
Miriam Erbacher, Fraktionsvorsitzende der Frechener Grünen, begrüßt die Maßnahmen grundsätzlich. Sie fordert aber zusätzliche Angebote im Rhein-Erft-Kreis: „Endlich wird der Klimaschutz und die Luftreinhaltung ernst genommen und ein Schritt in Richtung Verkehrswende gemacht. Wir hätten wir uns jedoch eine bessere Abstimmung der Stadt Köln mit den Nachbarkommunen im Vorfeld gewünscht. Wir müssen uns jetzt gemeinsam anstrengen, schnellstmöglich bedarfsgerechte Angebote für die betroffenen Pendler im Rhein-Erft-Kreis umzusetzen.“

Umfassende Angebote für Pendler

Dafür beantragen die Grünen im Verkehrsausschuss am 4. Juli ein ganzes Bündel von Maßnahmen und Angeboten für die Autofahrer, die nicht zuletzt auch den durch Stickstoffdioxid belasteten Anwohnern der Aachener Straße in Königsdorf zugute kommen.

Zusätzliche Busse bis zum Kölner Hauptbahnhof

In ihrem Antrag fordern die Grünen die Einrichtung zusätzlicher Umland-Buslinien, die den Korridor Frechen-Königsdorf sowie Bergheim und Kerpen bedienen. Auch eine Weiterfahrt der Busse durch die Kölner Innenstadt bis zum Hauptbahnhof soll geprüft werden. Erbacher: „Bis Anfang der 1990er Jahre fuhren Buslinien des damaligen Erftkreises von Euskirchen, Düren, Jülich, Grevenbroich, Liblar und Bergheim zum zentralen Kölner Omnibusbahnhof am Breslauer Platz.“

Vermittlung von Fahrgemeinschaften…

Die Vermittlung von Fahrgemeinschaften gehört ebenfalls zu dem vorgeschlagenen Maßnahmenpaket. „Die Pendler-PKW sind zumeist nur mit einer Person besetzt - bereits die Mitfahrt einer zweiten Person würde das Stau- und das Emissionsproblem lösen.“

…und die Förderung elektrisch unterstützter Fahrräder

Die Einführung einer Prämie für den Kauf elektrisch unterstützter Fahrräder soll geprüft werden - die Distanz Frechen-Königsdorf – Köln ist nach Meinung der Grünen durchaus für solche Fahrräder geeignet, es gibt bereits heute einen regionalen Radweg von Frechen-Königsdorf nach Köln, welcher mehr oder weniger parallel zur Aachener Straße verläuft.

Bewirtschaftung der P&R-Anlage Weiden-West

„In die gleiche Zielrichtung geht auch unser Ansatz, die P&R-Anlage Weiden-West zu bewirtschaften und bevorzugte Stellplätze für Fahrgemeinschaften einzurichten. Damit wollen wir für Pendler einen Anreiz zur Bildung von Fahrgemeinschaften schaffen.
Wir Grüne sehen auch die Langzeitnutzung, z. B. als Stellplatz für Autos von Flugpassagieren, kritisch. Dadurch werden Berufspendlern die Plätze weggenommen.
Auch eine Taktverdichtung der Frechener Buslinie 965 würde die P&R-Anlage entlasten und Pendler dazu bringen, schon am Heimatort auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen".
 
Erbacher fasst zusammen: „Zur Verlagerung des Pendlerverkehrs weg vom Auto und hin zu den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes müssen die Angebote stimmen. Dafür müssen wir nun auf allen Ebenen deutlich mehr investieren. Nur so bekommen wir das Verkehrs- und das Klimaproblem in den Griff.“
 

12.04.2019

ADFC Fahrradklimatest – erwartungsgemäß erneut ein schlechtes Ergebnis für die Stadt Frechen

Pressemitteilung

Die deutschen RadfahrerInnen konnten im November letzten Jahres erneut die Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstädte bewerten. Mehr als 170.000 RadfahrerInnen machten bundesweit mit. Mit ihren Antworten auf 27 Fragen konnten die Teilnehmer beschreiben, wie willkommen sie sich auf den Straßen ihrer Heimatstädte fühlen.
Wie beim Klimatest im Jahr 2014 fiel in Frechen das Ergebnis erneut schlecht aus: In der Kategorie Kommunen bis 100.000 Einwohner in NRW erreichte die Stadt nur den 41. Platz unter den 43 teilnehmenden Kommunen.


Note 5 für die Kontrolle der Falschparker auf den Radwegen
Doch nun zu den Details: Fast alle Teilnehmer monierten die Kontrolle der Falschparker auf den Radwegen. Auch dass in jüngster Zeit zu wenig für den Radverkehr getan werde, befanden viele Teilnehmer. Die Ampelschaltungen für Radfahrer wurden ebenfalls kritisiert.


Note 3 für geöffnete Einbahnstraßen
Aber es gab auch kleinere Lichtblicke: Die für RadfahrerInnen geöffneten Einbahnstraßen sowie die Erreichbarkeit des Stadtzentrums erzielten immerhin die Schulnote 3.
Positiv ist ebenfalls, dass sich 303 FrechenerInnen an der Umfrage beteiligten, ein sehr hoher Wert im Vergleich zu vielen anderen Städten dieser Größenordnung. Das zeigt deutlich, dass das Radfahren für viele FrechenerInnen wichtig ist. 


Grüne: Das Ergebnis ist realistisch
Die Frechener Grünen haben mit einem schlechten Ergebnis gerechnet. Miriam Erbacher, Fraktionsvorsitzende und Alltagsradfahrerin: „Die Bürgerinnen und Bürger haben mit ihren Antworten deutlich auf die Schwächen der Frechener Radverkehrspolitik hingewiesen. Jetzt gilt es vor allem, die bereits beschlossenen Verbesserungen umzusetzen. Am besten wäre ein flächendeckender Mischverkehr mit Tempo 30 im gesamten Innenstadtbereich, aber auch kleinere Maßnahmen wie die dauerhafte Öffnung der Fußgängzone für den Radverkehr, die Entfernung von Pollern und Gittern von Geh- und Radverkehrsflächen bei gleichzeitiger Konsequenz beim Verfolgen von Geh- und Radwegparken“
Das Fazit von Frau Erbacher lautet: „Frechen hat Potential für den Radverkehr. Die Stadt benötigt jedoch den politischen Willen, Frechen von einer autogerechten Stadt zu einer Stadt für Rad- und Fußgänger umzugestalten.“
 
Weitere Infos: https://www.fahrradklima-test.de/


Mitmachen! Mitglied werden.

Keine Artikel in dieser Ansicht.